Ankunft im „tropischen Frankreich“

12.05.17 //// Erst Mal duschen und ausschlafen, dachten wir, nachdem das grosse Hallo vorbei war. Wurde aber nichts draus, unser Anker slippte ganz plötzlich. Hannu von der SY Manta war zum Glück grad draussen, trotz Regen, und warnte uns rechtzeitig. Nach der Aktion war die Müdigkeit verflogen, ausserdem mussten wir ja noch zur Gendarmerie, um uns anzumelden. Wurde aber nichts draus, unser Dinghy-Outboarder wollte nach der „Kenteraktion“ auf der Osterinsel nicht mehr starten. Also hat Thomas mal wieder den Motor auseinander gebaut, Ölwechsel gemacht und den Vergaser gesäubert, während ich den Thunfisch fürs gemeinsame Abendessen vorbereitete. Fürs Sashimi brachten Marianne und Jean-Loup die Zutaten mit und Joel den Wein für den gegrillten Thunfisch hinterher. Der Fisch war beste Qualität und kaum erwähnenswert super lecker!

//// Samstagmorgen schafften wir es dann an Land. Die Gendarmerie war politisch korrekt mit einem Franzosen und einem Polynesier besetzt und die Formalitäten waren schnell erledigt. Für die endgültige Zollabfertigung müssen wir nach Papeete und bis wir dort ankommen ist die gelbe Flagge zu hissen, steht ausdrücklich auf einem Merkzettel, den wir in die Hand gedrückt bekommen. Wir sind offensichtlich das einzige Boot, das sich überhaupt die Mühe macht, diese auszukramen. Ich frage mich, woher diese entspannte Haltung herrührt? Französisch Polynesien ist nicht die EU. Jedoch erinnert das ganze Setting – das Ankerfeld, die Gendarmerie, die überdimensionierte Kirche mit Pfarrhaus daneben – sehr ans Mittelmeer und wahrscheinlich haben sich die meisten der hier liegenden Boote über die Kanaren und die ehemaligen Kolonien in der Karibik hierher bewegt. Komplexe afrikanische, brasilianische oder argentinische Einklarierungsformalitäten sind unbekannt, was wohl den mangelnden Respekt oder das fehlende Wissen der nautischen Traditionen erklärt.

//// Uns ist es etwas zu voll hier und wir freuen uns daher nachmittags mit der YAO zur Nachbarinsel Taravai aufbrechen zu können. Nicht zuletzt weil das Navigieren in Atollen nicht ganz so trivial ist und wir der YAO unmittelbar folgen können. Normalerweise empfehlen die Handbücher eine Person in den Mast zu setzen, die dann anhand der Farben des Wassers die Tiefen interpretiert, Atolle sind nämlich voll von gefährlichen Korallenköpfen. Bei Gegenlicht, bewölktem Himmel oder gar Regen, so wie heute, funktioniert diese Methode natürlich nicht. Für die Gambiers kursieren eine Reihe von Tracks mit ausreichend GPS-Wegepunkten unter den Seglern, so dass man hier auch bei ungünstigen Sichtverhältnissen von A nach B kommt. In den anderen Atollen gibt es so was nicht. Also besser die Chance nutzen und hier schon mal etwas üben!

 

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